Trump – President of the United States

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Donald Trump wird der nächste President of the United States. Ouch. Dieses Wahl-Ergebnis hat mich doch stark erwischt. Als erste Reaktion verstärkte es meinen Wunsch, mich von politischen Themen zurückzuziehen. Mich damit zu beschäftigen deprimiert mich zu oft.

Kurz darauf beobachtete ich jedoch, wie ich mich wieder mehr für Nachrichten interessiere. Weniger spezielle Themen oder über Twitter verbreitete Meinungen, sondern etwas wie die klassische Tageszeitung. Ich bin nicht der einzige. Die New York Times berichtet von 41.000 neuen Abonennten innerhalb einer Woche nach der Wahl. Gleichzeitig steigen die Spenden bei ProPublica. Statt wenigen Spenden pro Tag, erhielten sie mehrere Spenden pro Minute.

Was denken andere?

Mir selbst fehlen in diesen Tagen die Worte und die Weitsicht, etwas zu Trump zu schreiben. Aber das ist okay, andere sind sehr fleißig am Schreiben und ein paar Beiträge möchte ich hier empfehlen. Allen voran Johannes Hartls differenzierte Gedanken zu Donald Trump. Sehenswert ist auch President Trump: How & Why…, ein Rant über die linke Diskussionskultur.

Diskussionen werden viel diskuttiert

Einen ähnlichen Gedanken lesen wir auch in Frau Meikes Text Hass. Es hilft niemandem, wenn wir Menschen anderer Meinung als …-Hasser bezeichnen, oder ihnen andere Labels anheften. So kommt keine Diskussion zustande. Generell frage ich mich auch über meine Einstellungen bei Diskussionen. Versuche ich nur den anderen zu überzeugen? Das wäre fatal. Stattdessen sollte ich versuchen mein Gegenüber zu verstehen; das Risiko eingehen, seine Meinung anzunehmen.

Andererseits machte Dirk Franke (alias southpark) die Erfahrung, dass faktenignorierende Aggression resistent gegenüber jedweder seriösen Diskussion ist. Davon erzählt er in einem Bericht über seine Erlebnisse auf Dol2morrow.

Parteien: Seid nicht einfach nur „gegen eine andere Partei“

Jonathan Pie spricht in seinem Rant noch einen anderen Punkt an. Clinton hat in ihrem Wahlkampf keine Alternative versprochen. Sie bot keinem Wähler eine Veränderung. Im Artikel Perspektiven von Sven Scholz beschreibt er genau dieses Problem sehr ausführlich. Seinem Aufruf an demokratische, pluralistische Parteien, die an sozialer Sicherheit und Gleichberechtigung interessiert sind möchte ich mich anschließen:

Gebt mir etwas WOFÜR ich stimmen kann! Und tut es konkret und verbindlich. So, dass ich euch das auch glauben kann!

Mehr…

Alles nicht so schlimm? fragt Frau Meike. Sie findet schon. Und ich auch, sieht man sich die Erlebnisse von Frauen und Farbigen an. Michael Seemann schreibt über seine Desillusionierung und Selbstdiagnose in Trumpistan. Sascha Lobo findet wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Sonst ist Trump unser kleinstes Problem. Lernen können wir vielleicht auch aus den Wahl-Ergebnissen, die von der New York Times veröffentlicht wurden. Wichtig für das Ergebnis waren wohl Fake-News, über die der Tagesanzeiger berichtet. Und Correctiv erklärt, wie Trump den Klimawandel beschleunigen wird.

Und mir reicht es mit Trump für heute.

Okay, eine Ergänzung: Nach der Trump-Wahl hat Eddi Hünecke (von den Wise Guys) ein Video mit einem Ausschnitt aus einem neuen Lied veröffentlicht, Mach das Maul auf.