Sylvester, Köln Hbf

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Was Ende letzten Jahres und Anfang diesen Jahres am Hauptbahnhof in Köln passierte, darf sich nicht wiederholen. Was danach rund um den Kölner Hauptbahnhof passierte, darf sich ebenso nicht wiederholen. Was dazu geschrieben und gesprochen wurde – ich weiß es nicht und will es auch gar nicht wirklich wissen.

Nach meinen Eindrücken gab und gibt es über die Ereignisse der Sylvesternacht viel gefährliches Halbwissen und nahezu keine daraus gezogene Schlussfolgerung ist hilfreich. Abwarten ist empfehlenswert. Verhaltensregeln für Frauen sind in meinen Augen völlig daneben. Der Twitter-Hashtag #EineArmLänge zeigt, dass nicht nur ich das so sehe. Ein Generalverdacht gegenüber Flüchtlingen und Migranten ist rassistisch und jeder Deutsche (in Deutschland lebende Mensch) sollte sich davon distanzieren.

Distanzieren ist ein gutes Stichwort. Die Forderungen „Ausländer distanziert euch“ und „Männer distanziert euch“ habe ich nicht ein Mal ernsthaft gelesen. Vielleicht habe ich die entsprechenden Internetseiten schon vorbeugend gemieden. Vorfälle, wie die Übergriffe in Köln, ändern nahezu nichts an meinem Verhalten, lediglich einen Rückzug aus den bekanntesten Gated Communities des Webs kann ich bei mir beobachten.

Leider befeuert unsere Nutzung des Webs schnelle und falsche Annahmen und das extrovertierte Kommunizieren dieser verwirrten Ansichten. Facebook, Twitter und co machen das World Wide Web schnell, laut und hysterisch. Das ist nicht das Web, das ich will, es ist dunkel – zumindest empfinde ich es häufig so.

Nun noch etwas zu den Belästigungen an Sylvester. Mir ist nicht bekannt, wer genau die Täter waren. Ich hoffe nur, dass sie gefunden und nach dem Gesetz verurteilt werden – unabhängig von Herkunft oder Herkunft der Eltern. Den belästigten Frauen wünsche ich Ruhe und einen Weg um diese aufgezwungenen Belastungen loszuwerden.