Lenovo ThinkPad T450

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Seit Ende 2011 nutzte ich einen schon damals nicht besonders leistungsstarkes Notebook von Lenovo. Günstig sollte es damals sein, hauptsache klein und transportabel für die Berufsschule. Seinen Zweck hat es überlebt und auch lange nach der Schule, habe ich es in meinem Beruf Tag für Tag genutzt. Was ich verpasst habe, erfahre ich jetzt, nachdem mir die Firma ein neues Arbeitsgerät spendierte.

schöner, schneller, schmaler

Mein neues Laptop ist ein Lenovo ThinkPad T450, mit US-Tastatur, 14 Zoll Bildschirm-Diagonale und dabei sogar etwas leichter, als mein vorheriges ThinkPad Edge 325 (E325) mit 13,3 Zoll.

Höhenvergleich zwischen dem E325 und dem T450. Das unten liegende T450 ist schmaler und damit angenehmer beim Transport.
Höhenvergleich zwischen dem E325 und dem T450. Das unten liegende T450 ist schmaler und damit angenehmer beim Transport.

Das T450 kommt zudem mit deutlich mehr Leistung als das Edge. Musste ich mich früher mit einem 1,6-GHz Prozessor begnügen, kommt nun ein i5 mit 2 × 2,3-GHz zum Einsatz. Der Arbeitsspeicher hat sich auf 7,7 GiB mehr als verdoppelt. Auch die SSD bringt gegenüber der anderen Festplatte einige Geschwindigkeits-Vorzüge mit sich.

Performance-Beispiel: Twitter

Zahlen. Aber Zahlen, die sich im Alltag bemerkbar machen. Beispielsweise bei Twitter. Mit dem obsoleten Modell war diese Seite ein Horror. Lange Ladezeiten, Abstürze, noch mehr lange Ladezeiten, schlechte Reaktionszeiten – ein gewaltiges Armutszeugnis für einen großen Internet-Konzern. Jetzt kann ich Twitter besuchen und es kommt mir vor, als wäre es eine normale, gut programmierte und optimierte Internetseite. Ich werde mich in der nächsten Zeit nicht mehr bei jedem Seiten-Aufruf fragen, ob ich meinen Account löschen soll.

Performance-Beispiel: Blog mit Nanoc

Selbst dieses Blog macht mit mehr Performance mehr Spaß. Die Website selbst ist sehr minimalistisch und machte bisher keinem Browser Schwierigkeiten. Sie wird aber vor der Veröffentlichung von einem Quelltext generiert. Dieser Prozess benötigte auf meinem alten System circa 70-100 Sekunden. Ziemlich anstrengende Wartezeit, wenn man nur kurz sehen möchte wie der neue Post gerade im Layout aussieht. Jetzt erhalte ich das selbe Ergebniss in unter 20 Sekunden. Es ist eine Freude!

Um die Zeit des Generierens besser nutzen zu können, schrieb ich mir ein kleines Build-Skript. Dieses sendet bei Vollendung des Vorgangs eine System-Benachrichtigung. Mit dieser Hilfe kann ich eine Nachrichtenseite lesen und bei der Benachrichtigung in den Local-Blog-Tab wechseln. Jetzt lohnt sich dieses Skript fast nicht mehr.

Das Setup des T450

Ich bleibe meiner ersten Linux-Distribution treu: Ubuntu. Installiert habe ich das aktuelle Ubuntu 15.10, im April werde ich auf die nächste Long-Term-Support (LTS) Version upgraden, damit erhalte ich Updates bis ins Jahr 2021.

Zum ersten Mal habe ich bei der Installation die Festplatten-Verschlüsselung aktiviert; anhand einer Anleitung von Micah Lee. Ebenfalls einer Empfehlung Lees folgend, habe ich die Passphrase mit Diceware erstellt.

Der Umzug meiner Dokumente, war mit Hilfe der Verschlüsselten Backups von Restic zügig erledigt. In den kommenden Tagen folgen über 100 GB Bilder und Musik. Ansonsten installierte ich gleich die für mich übliche Software: Git, Neovim, RVM, Nanoc, Git Cola, PHP, Apache2, Restic, Ledger, Pass.

Und das veraltete Edge?

Noch bin ich unschlüssig, was ich mit dem ausgemusterten Laptop anstellen soll. Es gibt ein paar Möglichkeiten, die ich in Betracht ziehe. Nicht alle sind gleich sinnvoll oder erstrebenswert.

Ausmusterung: Spende

Im Web finden sich viele verschiedene Aufrufe, alte und nicht mehr genutzte Laptops weiterzugeben (aktuelles Beispiel Web We Want: Your Smart Phone Is Dump). Refugees on Rails erwähnte ich bereits. Das Framework Ruby on Rails, mit dem Flüchtlingen in deren Projekt das Programmieren beigebracht werden soll, verwenden wir in der Firma auch sehr gerne. Es gibt aber bestimmt noch weitere Projekte.

Vorher müsste ich aber die Festplatte tauschen. Zum einen ist eine SSD deutlich angenehmer zum Arbeiten und zum anderen will ich nicht, dass meine Daten für andere herstellbar sind.

Ausmusterung: Tests & Experimente

Eine sinnvolle Verwendung für das Edge wäre auch als Testgerät für die CODE MASCHINE. Immerhin habe ich dank dieser Firma ein schnelles Notebook und ich würde gerne vermeiden, dass wir selbst Web-Anwendungen mit Twitter-Performance entwickeln. Ein weiteres Testgerät kann dafür nicht schaden. Verschiedene Betriebsysteme und Browser installieren und wir haben ein langsames Gerät für unsere Tests.

Kombinierbar wäre dies mit einem Vorhaben, das ich seit langem im Hinterkopf habe, aber aus Zeit- und Sicherheits-Gründen bisher nicht anging. Ich würde gerne ein bisschen mit dem Kernel-Quelltext vertraut werden und den Kompiliervorgang kennenlernen. Aber einen selbst gebauten Linux-Kernel will ich nicht auf meinem Produktiv-System installieren. Mit der Ausmusterung hätte ich jedoch ein Gerät, dessen System ich auch ohne größeren Schaden komplett zerschießen könnte.

Ausmusterung: Alt aber sicher

Die Internetseite über OpenPGP-Schulungen empfiehlt, einen alten Rechner als sicheren Zweitrechner zu nutzen. Für mich wäre das ein Debian, mit verschlüsselter Festplatte, ohne Zugang zum Internet und eigenem offline PGP-Hauptschlüssel.

Im Prinzip kein unsinniger Gedanke. In Anbetracht der Menge an wichtiger Informationen, die mir verschlüsselt zugeschickt werden, ist dieses Unterfangen jedoch nicht die Mühe wert. Beziehungsweise die anderen Möglichkeiten der Weiterverwendung sind in meinen Augen erstrebenswerter.

Abschließende Gedanken

Der Umstieg hat sich total gelohnt und schon nach wenigen Stunden möchte ich mein neues T450 nicht mehr missen. Bleibt die Frage, was ich mit meinem alten Edge anfange (Vorschläge nehme ich gerne per Mail an micha@rosetree.de entgegen) und vor allem gilt es zu klären: Welcher Sticker wird das T450 als erstes personalisieren? Vorschläge per Mail ;)