Das Barcamp Hamburg 2016

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Wie Anfang Juli nach dem Barcamp Rhein-Necker 2016 geplant, nahm ich Mitte November am zehnten Barcamp Hamburg teil. Das ist ein ziemlich großes Barcamp mit über 100 Sessions jeden Tag. Die Größe hat mich ziemlich beeindruckt. Vielen Dank an das Orga-Team, das dieses tolle Barcamp in Hamburg organisiert hat. Es ist eine geniale Leistung und nicht selbstverständlich. Ein ganz herzlicher Dank gilt auch allen Sponsoren, ohne die dieses Barcamp nicht möglich gewesen wäre.

Es wurden viele spannende Sessions angeboten. Natürlich konnte ich nicht alle Sessions besuchen, die mich interessiert hätten. Meine Auswahl wurde eine bunte Mischung von politischen und technischen Themen.

Eindrücke von anderen

Mit Kindern zum Barcamp? Jo. Mit dem Fazit: Wenn Sie mal so eine Veranstaltung in Ihrer Nähe haben – einfach mal probieren, es könnte gut sein. Das Barcamp Hamburg 2016 aus Sicht von Martin Thielecke. Er schreibt etwas zur Essens-Thematik, die ich etwas anders sehe als er. Und er hat ganz andere Sessions besucht als ich, da wird die Vielfalt des Barcamps deutlich. Für Anja Gros war das bchh16 ihr erstes Barcamp. Sie hat tolle Sketchnotes gezeichnet und eine Verlosung für ihre Zeichnungen initiiert.

bchh16-Sessions am

  1. Relaunch von Webseiten
  2. Netzpolitik und die Hamburgische Bürgerschaft
  3. Neuerungen bei Typo3 7 und Typo3 8
  4. Explorative Datenanalyse mit R
  5. Altersvorsorge „leicht“ gemacht
  6. Make Germany Think Again

Relaunch von Webseiten

Die erste Session dieses Barcamps, habe ich mir nicht ausgesucht. Ich hatte mich für die Session über Die Trump-Methode interessiert. Deren Raum war jedoch völlig überfüllt, sodass wir in der Session zum Relaunch von Webseiten landeten. Da ich mich selbst schon mit dem Thema beschäftigte, waren mir einige Anregungen nicht neu. Wichtig: URLs sollten nie verschwinden! Andere Tipps irritierten mich jedoch. Der Redner ist der Ansicht, dass ein Seiten-Betreiber aktiv Seiten löschen sollte. Aber Inhalte aus dem Internet löschen finde ich gar nicht gut.

Netzpolitik und die Hamburgische Bürgerschaft

Im zweiten Session-Slot haben Hansjörg Schmidt (SPD) und Lars Brücher (Grüne) über Netzpolitik und ihre Arbeit in der Hamburgischen Bürgerschaft aufgeklärt. Es betrübte mich ein wenig zu hören, dass engagierten Freiwilligen (z.B. von Freifunk Hambg) der Wind aus den Segeln genommen wird; häufig durch große Hürden in der Bürokratie.

Neuerungen bei Typo3 7 und Typo3 8

Nach dem sehr leckeren Mittagessen besuchte ich aus persönlicher und beruflicher Neugier die Session zun den Neuerungen bei Typo3 7 und Typo3 8. Typo3 ist ein Content-Management-System, vor dem ich großen Respekt habe. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Komplexität enorm. Es sind tolle Funktionen, die in den neuen Typo3-Versionen eingeführt wurden und ich freue mich auf die kommenden Änderungen.

Explorative Datenanalyse mit R

Um 15 Uhr fanden gleich mehrere Sessions statt, die ich gerne gesehen hätte. Kurz vorher habe ich mich für das nerdigste Thema entschieden: Explorative Datenanalyse mit R. R ist eine Programmiersprache, die einen wissenschaftlichen Hintergrund hat. Sie wird oft genutzt um Daten auszuwerten und zu visualiseren. Bei wenigen Gelegenheiten habe ich mir dieses spannende Projekt schon angeschaut, aber nie länger als einen Nachmittag oder Abend.

Altersvorsorge „leicht“ gemacht

Vielleicht werde ich es nutzen um meine Ein- und Ausgaben zu visualiseren. Dazu passte die nächste Session zur Altersvorsorge. Viel habe ich nicht davon mitgenommen. Dafür den Gedankenanstoß, dass ich mir gut überlegen muss, wie viel Zeit ich in dieses Thema investieren möchte. Die Zeit jetzt bekomme ich nicht wieder und die meisten Modelle der Altersvorsorge haben sich als ungenügend herausgestellt. (Ich lasse mich jedoch gerne eines besseren belehren.)

Make Germany Think Again

Zum Abschluss beteiligte ich mich an einer Diskussionsrunde mit dem Titel Make Germany Think Again, die John Heaven gut moderierte. Diese lieferte mir ein paar Gedankenanstöße, die ich in Tweets gegossen habe.

Wenn ich frage, "Wie sage ich anderen, dass das, was sie denken, falsch ist", dann bin ich schon längst auf dem Holzweg.
Gørd zu Elbblick (@elbblick) 11. November 2016

Bremst uns die Angst, in einer Diskussion die Meinung des anderen anzunehmen? Sind wir so wackelig?
Kai Obermüller (@Kai_Obi) 11. November 2016

Meine Gedanken: Wir sollten lernen ein Gespräch zu führen, ohne den anderen unbedingt überzeugen zu müssen. Lieber verstehen lernen. Als großes Problem empfinde ich Gruppen-Zugehörigkeit durch gemeinsame Ablehnung. Betrifft übrigens auch Aussagen wie wir sind fortschrittlich und liberal, andere sind erzkonservativ.

Die gemeinsame Abendveranstaltung mit dem beliebten Quiz besuchte ich nicht. Stattdessen habe ich den Nathan vom Bahnhof abgeholt.

bchh16-Sessions am

  1. Story Telling Tree
  2. 20 Jahre Internet – Opas erzählen vom Krieg
  3. Diskussion: Populismus aushebeln
  4. Außerparteiliches politisches Engagement
  5. Die Freiwilligen-Survey 2015
  6. Study Group: PageRank

Story Telling Tree

Mit dem Story Telling Tree haben wir gelernt, wie ein Unternehmen seine Kommunikation aufbauen kann. Dabei standen die Wurzeln des Baumes für die Struktur des Unternehmens, der Stamm für die Werte, ein Ast für eine Story und die Blätter an einem Ast für die verschiedenen Kanäle in denen eine Story verbreitet werden.

20 Jahre Internet – Opas erzählen vom Krieg

In der zweiten Session erzählten mthie und Frank von den Anfängen des Internets und des World Wide Webs. Guten Chat hatten sie schon lange mit IRC und Web-Design bestand aus Tabellen und Frames. Letzteres kann grußeliger Weise auf der aktuellen Website des deutschen Lehrerverbandes exemplarisch betrachtet werden. Ich selbst bin eigentlich ins Web gekommen, nachdem die meisten früheren Systeme schon kaum mehr verwendet wurden. Und doch – das macht mich ein wenig stolz – konnte ich mit den meisten Begriffen etwas anfangen; auch wenn ich nicht alles genutzt habe.

Diskussion: Populismus aushebeln

Ingo Sauer leitete durch die Diskussionsrunde Populismus aushebeln. Nathan hat in einem Pad Notizen gemacht, die ich hier nicht zusammenfassen werde. Soweit jedoch: Wir müssen weiter darüber nachdenken.

Außerparteiliches politisches Engagement

In der folgenden Session Außerparteiliches politisches Engagement, erzählten verschiedene Personen, welche Methoden der politischen Beteiligung möglich sind. Dazu ein paar Stichpunkte: Politik in der Partei ist anstrengend; Politik in Hamburg ist ein Dorf, wenn du jemanden kennst, kannst du etwas verändern; stelle Fragen bei Abgeordnetenwatch oder direkt in öffentlichen Sitzungen; für eine Bürger-Initiative brauchst du nicht viel Leute (5-10 genügen), aber viel Zeit und Ehrgeiz.

Die Freiwilligen-Survey 2015

Frank Nägler engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten beim Roten Kreuz. Er kennt sich aus mit Ehrenamt und hat etwas über die Freiwilligen-Survey 2015 erzählt. In Deutschland gibt es eine hohe Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren, aber nur wenig Zeit und nur ungenügende Verbindlichkeit. Die Frage im Raum: Wie können Menschen motiviert werden, sich ehrenamtlich zu engagieren? Meine Frage: Welche Verbindlichkeit kann erwartet werden?

Study Group: PageRank

Vor der Abschluss-Veranstaltung erklärte ein Physik-Student (glaube ich), das mathematische Prinzip und Problem hinter dem PageRank von Google. Das war spannend und tatsächlich konnte ich seinen Erklärungen folgen.

Sponsoren des Barcamps

Vielen Dank an alle Sponsoren, die das zehnte Barcamp Hamburg durch Geld- oder Sach-Spenden möglich gemacht haben.

Gold-Sponsoren

Otto, Bertelsmann, Tchibo, Sky, Cassini, undpaul

Silber-Sponsoren

Xcel Media, Qudosoft, monday IT Consulting, Akra, hmmh

Weitere Sponsoren und Partner

Bronze-Sponsoren: eventures, Shipcloud, Social Media OWL Sach-Sponsoren: Darboven, Red Bull, Carlsberg Partner: Otto Group, Sebastian Esser, Vivian Pein Consulting, Malte Klauck (Hamburg fotografiert), Andri Jürgensen Rechtsanwälte – Kanzlei für Kunst Kultur & Medien

Das nächste Barcamp?

Und nach dem bchh16? Ich schreibe diese Zeile auf dem ersten Barcamp in Lübeck. Fortsetzung folgt.