Priorisierte Artikel im Feedreader

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Neulich, auf einer längeren Busfahrt, kam mir eine Idee zur besseren Organisation meiner RSS-Feeds. Ich könnte sie, statt nach Art oder Kategorie des gesamten Blogs, nach der Priorität des einzelnen Artikels ordnen. Als Vorlage dient mir das Weekview System (mit Prioritäten von „A“ bis „C“).

Jeder Artikel soll separat anhand der angesprochenen Themen sortiert werden. Die meisten Autoren weisen ihren Artikeln Tags zu, mit denen die Thematik – mal mehr, mal weniger gut – beschrieben wird. Diese Tags, den Link, Titel und tatsächlichen Inhalt der Artikel, kann ich für meine Filter nutzen.

Als Beispiel für meinen Priorisierungsgedanken sei netzpolitik.org angeführt. Den Artikeln dieses Blogs weise ich im Standard Fall die Priorität B zu. Diesen Blog lese ich sehr gerne, aber für die oberste Priorität schreiben sie zu viel. Gewisse Themen von netzpolitik.org, wie Netzneutralität und Vorratsdatenspeicherung, interessieren mich jedoch mehr als andere. Mit einem Filter kann ich Artikel mit diesen Themen automatisch als Top-Priorität einstufen. Anderen Artikeln, mit Themen, die mich, wie die Remix-Kultur, eher weniger interessieren, kann ich die Priorität C zuweisen.

Mit dieser Struktur meiner abonnierten Feeds erhoffe ich mir weniger „Stress“ beim Stöbern in meinem Feedreader. Damit mir dieses System aber Erleichterung bringt, muss ich mich aber erst daran gewöhnen und meine Filter mit der Zeit immer präziser gestalten.

Bleibt nur die Gefahr, dass ich mich in eine Filterblase einsperre, die mich zum Fachidioten oder zum Opfer von Propaganda macht. Denn wenn ich nur noch lese, was ich gerne lese und alles andere ignoriere, naja … was dann passieren könnte, steht ja schon weiter oben.

Andererseits ist es fraglich, ob die von mir kontrollierte automatische Selektion einen anderen Effekt hat, als die Selektion meines Unterbewusstseins. Dafür ist die automatische Filterung eindeutiger. Die Filter sehe ich schwarz auf weiß, das ist bei der unbewussten Filterung nicht der Fall. Dadurch wird verhindert, dass ich mich bei einer Selbstreflexion leicht belügen könnte.