Save the Internet, again

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Im April 2014 haben wir das Internet vorerst gerettet. Ein paar Tage vorher hat das Blog netzpolitik.org einige Videos zur Netzneutralität veröffentlicht; diese Videos erklären das Thema auch aktuell noch sehr gut.

In dem letzten Jahr hat sich viel getan. Die Bürger Europas konnten bei der Europawahl die Zusammensetzung des europäischen Parlaments wählen und Günther Oettinger wurde EU-Kommissar für Netzpolitik. Dieser in Stuttgart geborene CDU-Politiker bezeichnet Befürworter der Netzneutralität als „taliban-artig“.

Um gegen die Netzneutralität zu werben, bedient er sich immer wieder mit Argumenten, die auch aus der Feder von Internet-Providern (Telefonica, Vodafone oder Deutsche Telekom) stammen könnte. Bei netzpolitik.org gibt es ein vielsagendes Quiz dazu.

Ein besonders beliebtes Argument gegen Netzneutralität: Das selbstfahrende Auto. Oettinger findet, dass Videos von YouTube ein paar Sekunden Zeit haben, aber Verkehrssicherheit hat keine Zeit, deswegen solle die Netzneutralität dafür nicht gelten. Dumm ist nur, dass fahrerlose Autos kein Internet benötigen. BMW und Google gaben an, dass ihre eigenständigen Autos ohne Internet fahren. Es ist sogar viel besser: „Fragt man Programmierer aus dem Bereich, ob das Internet tatsächlich für autonomes Fahren wichtig sei, erntet man fassungslose Blicke und Kopfschütteln.“

tl;dr: In der EU ist ein ziemlich wichtiges Amt für die Netzpolitik von einem Mann besetzt, der sich gegen ein freies Internet ausspricht und dazu Argumente verwendet, die von denen der Lobbyisten nicht zu unterscheiden sind.

Übrigens wird die Internetseite der Kampangne „Save the Internet“ bald wieder ihren Dienst aufnehmen und für ein freies Internet kämpfen.