Lasst uns einander lieben! ♥

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Wisst ihr, was – meiner Meinung nach – die blödesten Aktionen sind, die wir nach den Terror-Anschlägen in Paris machen könnten? Vermutlich wisst ihr es. Es ist leider regelmäßig in den Nachrichtenkanälen zu finden. Der Postillon beschreibt es mit folgendem Titel treffend und leider bitterernst: „Französische Kampfjets bringen Gewalt wieder dahin, wo sie hingehört

Der Islamische Staat (IS) fürchtet unseren Zusammenhalt mehr, als die Kampfjets unserer Armeen. Luftangriffe auf den IS bestärken deren Vorstellung, dass der Westen einen Krieg gegen alle Muslime führt. Berichtet wird dies von einer ehemaligen Geisel des IS. Im Gegenzug greifen liebevoll aufgenommene Flüchtlinge die Ideologie der Terroristen an. Ihre Vorstellung von der Welt wird dadurch nicht bestätigt, ihre Rechtfertigung für den Terror hinterfragt. Das macht ihnen Angst.

Umso mehr freue ich mich über Berichte, wie den der Berlin Mitte Mom. Sie und ihre Familie haben eine Flüchtlingsfamilie in ihr Gästezimmer aufgenommen und erlebten breite Unterstützung in ihrem Umfeld. Das ist wirklich schön zu lesen!

Leider müssen wir jedoch viel häufiger schlimmere Berichte ertragen. Zum Beispiel den einer NDR-Reporterin in Slowenien, wo die geflüchteten Menschen in unwürdigen Lagern gehalten werden. (Allein, dass ich hier von Menschen, die „gehalten“ werden schreibe ist schon schlimm genug.)

Weiteres Beispiel: Hier in Deutschland existiert mit der AfD wieder eine oft gewählte, rechte Partei. Mehrere Poltiker dieser „Alternative“ haben eine Grenzverteidigung mit Schusswaffen gefordert. Gegen Menschen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat fliehen. Bedauernswerterweise wird die AfD vermutlich auch häufig von Menschen gewählt, die sich als Christen bezeichnen. Da halte ich mich lieber an den katholischen Theologen Johannes Hartl.

Ich rufe ausdrücklich dazu auf, Muslime kennen zu lernen. Ihnen herzlich und offen zu begegnen. Man wird fast immer herzlichen, friedlichen und in erster Linie einfach ganz normalen Menschen begegnen.

Diesen Aufruf verfasste er in einem lesenswerten Artikel, in dem er sich mit beiden Positionen der Flüchtlingsdebatte auseinandersetzt. Viele Gedanken, die er in seinem Blog äußert, waren mir bisher noch nicht gekommen. Bisher kann ich noch keine Muslime zu meinen Freunden und Bekannten zählen, aber dem soll von meiner Seite aus nichts im Weg stehen.

Der (nicht anerkannte) Islamische Staat hat Europa den Krieg erklärt. Wir sollten ihn bekämpfen, aber auf eine Weise, die ihn wirklich trifft. Lasst uns Flüchtlinge und Muslime mit Liebe in unserer Mitte aufnehmen.