Interview in meiner Gemeinde zu Flüchtlingen

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Eine Frau, die in die gleiche Gemeinde geht wie ich, arbeitet seit einiger Zeit in Flüchtlingsunterkünften. Sie ist dort Ansprechpartnerin, bekommt viele Fragen gestellt und stellt auch viele Fragen an Krankenhäuser, Versicherungen, Schulen, etc.

Heute wurde sie in unserer Gemeinde zur Flüchtlingssituation befragt. Das war sehr interessant, deswegen habe ich fleißig Stichpunkte in mein Notizbuch geschrieben und möchte eine handvoll Dinge die sie gesagt hat, in den Cyber-Raum stellen.

Weltweit gibt es gerade so viele Flüchtlinge, wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr.

In Deutschland leben etwa 800.000 Flüchtlinge, also ungefähr einer pro 100 Menschen. Das kann man sich vorstellen, wie wenn 100 Menschen in einem Zug sitzen, ein Mensch zu steigt und die 100 anderen sich beschweren, dass es ihnen jetzt zu voll ist.

Viele Flüchtlinge sind voller Trauer, weil sie in ihrem Heimatland alles zurücklassen mussten. Sie wollen eigentlich nicht nach Deutschland, werden aber durch die Umstände gezwungen zu Hause alles aufzugeben. Fast alle sind dennoch sehr dankbar, dass sie hier aufgenommen und mit dem wichtigsten versorgt werden.

Es gibt in der ganzen Welt Flüchtlinge und die meisten bleiben in der Nähe ihrer Region. Nur ein geringer Bruchteil kommt nach Europa oder Deutschland. Es ist also nicht so, dass alle Flüchtlinge nach Deutschland wollen.

„Müssen wir Angst vor zu vielen Flüchtlingen / zu viel Veränderungen haben?“ Das ist die falsche Frage, die jetzt gestellt werden sollte. Wichtiger wäre die Frage: „Wie können wir diesen Menschen Gutes tun?“

Sie findet Flüchtlinge nicht so gefährlich, wie die steigende Fremden­feind­lich­keit, die wir in Deutschland gerade erleben. Für unsere Gemeinde wünscht sie sich, dass wir ein noch bunterer Haufen werden und sich Menschen aller Kulturen bei uns wohlfühlen.

Ich stimme ihr in diesen Punkten voll und ganz zu. Meine Gemeinde habe ich als einen Ort erlebt, an dem jeder Willkommen ist und niemand alleine gelassen wird. Ich wünsche mir, dass wir diese Werte in besonderer Weise gegenüber Flüchtlingen ausleben können.