Gregor Jaecke zur Hamburgwahl 2015

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Gestern morgen habe ich auf dem Schreibtisch eines Kollegens einen Flyer von Gregor Jaecke gesehen, in dem er um die fünf Kreuze der Wähler in Hamburg bittet. Nach den ersten Zeilen war ich tatsächlich neugierig, was der CDU-Mann so von sich gibt. Also habe ich mir dieses Werbeblatt genauer angeschaut um mir ein Bild von Jaecke zu machen.

Ich gab wirklich mein bestes um ohne Vorurteile an die Sache heranzugehen. Immerhin ist er 1977 geboren und gehört damit vermutlich zu den Jüngeren bei der CDU, aber ich wurde entäuscht, also in meinen Vorurteilen bestätigt. Kurz zusammengefasst empfinde ich den Flyer als selbstironischen Anbiedern, CDU/Merkel Lobpreis und Angstmacherei.

Ein paar wenige Zitate möchte ich mir hier einmal anschauen und mit ihnen auf die Angstmache eingehen. Wenn du dich für den gesamten Text interessierst, kannst du dir Gregor Jaeckes Website anschauen, die quasi genau den gleichen Inhalt wie der Flyer bietet.

Unter dem Stichpunkt Sicherheit und Sauberkeit schreibt Jaecke, dass es „Gewaltexzesse gegen Polizisten bei linken Demos” gäbe. Eine maßlose Übertreibung der Gewalt ist immer zu verurteilen. Egal von wem gegen wen. Aber man könnte keine Personengruppe als Opfer (die armen Polizisten) und keine als Täter (die brutalen Linken) darstellen wenn man es anders formuliert hätte.

Er widmet sich noch anderen Punkten der Gewalt – und damit der Unsicherheit – und schließt diesen Absatz mit:

Es ist an der Zeit, dass hier konsequent durchgegriffen wird.

Das ist der einzige Satz, bei dem man – mit viel bösem Willen – etwas zur in der Überschrift erwähnten Sauberkeit herauslesen könnte. Diese Bedeutung von „Sauberkeit“ ist allerdings sehr heftig und eher plusungut.

Im nächsten Absatz Zuflucht und Schutz geben schreibt er etwas, wo ich ihm (ausnahmsweise) voll und ganz zustimmen kann:

Sind Sie schon mal an der A7 Richtung Elbtunnel an der Flüchtlingsunterkunft vorbeigefahren? Zwischen Müllverbrennungsanlage und Autobahn pfercht Hamburg - eine der reichsten Städte der Welt - seine Flüchtlinge zusammen. Beschämend, wie ich finde.

Das ist, wie er ganz richtig sagt, tatsächlich beschämend. Dann fährt er fort:

Solange weltweit radikale und unmenschliche Islamisten wüten, wird die Flüchtlingspolitik die Herkulesaufgabe der nächsten Jahre bleiben.

Ähm. Ja. Also nein. Okay. Unmenschliche Islamisten (islamistische Tiere oder was meint er damit?) wüten also weltweit und werden als Grund für die ganzen Flüchtlinge genannt. Natürlich sind nur die Islamisten Schuld, an den Asylbedürftigen. Der Westen hat unter der Leitung der (menschlichen?) Amerikaner garantiert keine Flüchtlinge im Nahen Osten verursacht. Das waren nur die radikalen Islamisten. Echjetzt!!1elf

Die Islamisten hat er mit anderen Worten schon im vorherigen Absatz („Sicherheit und Sauberkeit“) erwähnt. Zusätzlich zu den Gewalttätern bei linken Demos „keimt eine gruselige Salafisten-Parallelwelt unbehelligt in unserer Stadt“. In meinen Augen reine Angstmacherei. Bisher habe ich eher positives von Muslimen in Hamburg mitbekommen, von einer „Salafisten-Parallelwelt“ habe ich tatsächlich noch nie etwas gehört oder gelesen.

Und selbst wenn es dazu Medienberichte gibt, möchte ich allen Wahlberechtigten in Hamburg empfehlen Gregor Jaecke nicht zu wählen.