AfD – pleite durch Spenden?

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Deutschlands jüngste Partei am rechten Abgrund – die Alternative für Deutschland (AfD) – führt gerade eine Spendenaktion durch. Falls man die AfD unterstützen möchte – tu das bloß nicht! –, könnte via Überweisung und PayPal Geld übermittelt werden.

Bei einem Geld-Transfer mit PayPal muss der Empfänger jedoch einen kleinen Betrag von 55 Cent an PayPal abdrücken. Gegner der AfD, nutzten diese Gebühr und einen dummen Fehler der AfD, um Beträge wie 1 Cent an die AfD zu übermitteln und der AfD einen Verlust von in diesem Fall 54 Cent zu bescheren. Wenn man bedenkt, dass vermutlich jede Buchung in der Buchhaltung korrekt eingetragen sein muss, ist der entstehende Schaden bestimmt weitaus größer.

Auch Ulf Hundeiker, von der Partei die PARTEI, nutzt diese Logik-Lücke in der Spendenaktion für die notleidende AfD (die AfD hat sich auch bedankt). In seinem Blog las ich zum ersten Mal von diesem Finanz-Hack. Meine erste Reaktion war ein „Wie geil ist das denn?“ und „Es gibt keinen mindest Betrag – wie doof ist das denn?“. Nachdem ich ein bisschen länger darüber nachgedacht habe, muss ich gestehen, dass ich diese Art des Protests nicht gut finde.

Gleiches Ziel – andere Mittel

Grund für meine Ablehnung der manipulierten Spenden ist nicht, dass ich der AfD ihre benötigten Finanzmittel gönne. Jeder Cent ist unter dem Kopfkissen besser angelegt als auf dem Konto dieser Partei. Für die AfD wünsche ich mir jedoch, dass sie wegen anderen Ursachen zu Grunde geht. Ein paar Beispiele:

  1. Durch Aufklärung in der Gesellschaft, verliert die AfD rasch an Mitglieder und Zustimmung. Nach vier Jahren Unbedeutsamkeit löst sie sich auf.

  2. Die Politiker der AfD zerstreiten sich immer weiter und zerspalten die Partei in einen Haufen Splittergruppen, die nichts gebacken kriegen.

  3. Die Mitglieder der AfD erkennen, dass sie wegen dem schlechten Image der AfD keine große Chance auf Erfolg haben. Ihr Machthunger treibt sie dazu, in die „Altparteien“ zu wechseln.

  4. Der Verfassungsschutz erklärt, dass es sich bei den Mitgliedern und Wählern der AfD zu mehr als 75 % um V-Männer handelt, die nun auf einen Schlag abgezogen werden.

Zweierlei Maß

Zum anderen stimme ich dem Comic von Nadja Hermann zu. Wie würden wir reagieren, wenn rechte Chaoten Spendenaktionen von Flüchtlingsheimen oder anderer Parteien manipulieren? Hinkt der Vergleich? Vielleicht; aber im Prinzip handelt es sich in beiden Fällen im legale Organisationen, die durch Spenden finanziert werden. Ob mir das gefällt oder nicht, spielt keine Rolle. Ich will nicht anfangen, wie die AfD zweierlei Maß anzuwenden.

Hetze gegen die arme AfD

Eins fällt mir noch ein. Unterstützer und Politiker der AfD haben jetzt schon das Gefühl, dass gegen sie gehetzt wird. Dieses Gefühl ist nicht ganz verkehrt. Zum Glück erfährt die AfD starken Gegenwind in der Gesellschaft. Das sollte sich nicht ändern.

Aber wir sollten von Aktionen absehen, die von den Funktionären dieser Partei in der Öffentlichkeit als „unfaire“ Angriffe gegen die arme Partei inszeniert werden könnten. Um deren Wahrnehmen der Situation kennenzulernen, empfehle ich kurz über den Infobrief der AfD zu skimmen.

Selbst gewaltfreie Aktionen werden Wasser in den Mühlen der Menschen sein, die der „Lügenpresse“ nicht glauben, die kritisieren, dass es eine Meinungspolizei gibt und blablabla.