Wikipedia und die Unternehmen

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Vor einigen Tagen habe ich hier ein Video über Big Data vor­gestellt, das von der Community zu einem der drei Sieger eines Video-Wettbewerbs gewählt wurde. Zuerst war ich ein wenig enttäuscht, als ich entdeckte, dass dieses Video von einer Firma erstellt wurde und nicht von einem „normalen“ Menschen. In meinem Kopf wäre es besser gewesen, wenn nur Hobbyisten gewonnen hätten.

Aber je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt es mir, dass auch eine Firma etwas zu diesem genialen Projekt bei­steuert. Wieso denn auch nicht? Wikipedia kann eigentlich nur gewinnen, wenn sich auch mehr Firmen be­tei­li­gen. Diese haben oftmals mehr Know-How und auch finanzielle Möglichkeiten als einzelne Personen, um ein Projekt zu fördern.

Wenn sich eine Firma produktiv am Inhalt der Wikipedia be­teiligt, finde ich es auch nicht verwerflich, wenn dadurch ein positiver Marketing-Effekt für sie entsteht. Die explain it GmbH, die das Video über Big Data produzierte, kannte ich zum Beispiel vorher nicht. Jetzt habe ich aber ein positives Bild von ihr. Kürzlich hörte ich von einem Verlag, der Literaturstipendien für Wikipedia-Autoren bereitstellt. Leider habe ich vergessen um welchen Verlag es sich handelt; ein positiver Effekt für diesen Verlag ist jedoch schnell zu erkennen. Wenn mehr Autoren Bücher dieses Verlags als Quelle bei Artikeln angeben, dann ist der Verlagsname auf einmal ganz oft in Wikipedia zu lesen.

Problematisch wird es nur, wenn das kommerzielle Interesse von Firmen in ihre Bearbeitungen einfließt. Es darf nicht sein, dass Mitbewerber schlecht gemacht oder eigene Kritikpunkte ver­tuscht werden. Niemand – egal ob Unternehmen oder Person – soll sich mit geschönten Wikipedia-Artikeln besser darstellen können. Was Wikipedia braucht ist also eine gesunde Community, die ganze Artikel und einzelne Änderungen auf den neutralen Standpunkt überprüft; nicht ausschließlich bei Accounts von Unternehmen, aber bei denen dafür besonders kritisch.