Tanzverbot am Karfreitag

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Letztes Jahr habe ich auf Twitter einen großen Andrang gegen das Tanzverbot am Karfreitag erlebt. Jetzt bin ich nicht mehr auf Twitter, also bekomme ich nicht mehr mit, ob es wieder Proteste dagegen gab. Aber ich geh mal davon aus, dass dieses Verbot nicht verboten wurde und immer noch nicht alle sehr glücklich deswegen sind.

Bin ich auch nicht. Meiner Meinung nach ist das Verbot Quatsch und zwar auch aus biblischer Sicht. Als Christ bin ich der festen Überzeugung, dass wir von Gott den freien Willen bekommen haben. Wir können uns bewusst für und gegen ihn entscheiden. Also glaube ich nicht, dass Gott will, dass dieser Feiertag allen aufgezwungen wird, die nicht daran glauben, dass Jesus gestorben und wieder auferstanden ist.

Das sich alle an das Tanzverbot halten müssen, hat also nach meinem Empfinden nichts mit Gott zu tun, sondern ist ein Über­bleibsel aus einer früheren Zeit. Wir sind hier unfrei uns für oder gegen den Feiertag zu entscheiden. Das finde ich schade und halte es auch ehrlich gesagt für kontraproduktiv. Es wäre zwar schön, wenn alle in Deutschland an Jesus glauben könnten, aber dann sollten sie das auch aus ihrer freien Entscheidung tun und nicht, weil der Staat es befiehlt.

Heute ist das Tanzverbot allenfalls noch dafür da um uns trau­ernde Christen vor der fröhlichen Bevölkerung zu beschützen. Aber ehrlich gesagt stört es mich nicht im geringsten, wenn in irgendeiner Disko getanzt wird. Und irgendwie habe ich das Ge­fühl, dass ich nicht der einzige bin, der unsere Trauer am Kar­frei­tag nicht so ganz nachvollziehen kann.

(Zumal ich es sowieso komisch finde, dass man gerade an einem Feiertag nicht feiern darf. Und warum ist der Karfreitag immer so düster gehalten, wenn er auf Englisch doch Good Friday heißt?)