Sonnenbrillen - Frühjahrsaktion 2014

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Sehr geehrter Herr Rosenbaum,

Ohje. Mal wieder eine alljährliche Werbeaktion von dem Optiker, bei dem ich mir vor fünf Jahren mal eine Sonnenbrille gekauft habe.

schließen Sie die Augen, denken Sie an Sommer und Sonne und schon steigert sich Ihr Lebensgefühl.

Ach wirklich? Das ist alles? Augen schließen und an Sonne denken. Vielleicht hätte ich das mal früher ausprobieren sollen.

Genießen Sie diese Zeit mit einer passenden Sonnenbrille.

Ist das eine Frage oder eine Aufforderung? Nein, ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich eine Sonnenbrille brauche, wenn ich die Augen sowieso geschlossen habe und nur an Sonne denke. Es erschließt sich mir auch nicht ganz, was eine für diese Situation „passende“ Sonnenbrille ist.

Eine riesige Auswahl erwartet Sie.

So langsam bekomme ich das Gefühl, dass hier nur irgendwelche Sätze, die sich irgendwie schön anhören, aneinander gereiht wurden. Eine riesige Auswahl an was? Passender Sonnenbrillen für das Phantasieren mit geschlossenen Augen? Und wo erwartet mich diese Auswahl? Auf der Rückseite?

Versprochen ist versprochen.

Aha. So viel zu den sinnlos aneinander gereihten Sätzen …

Garniert wird dieser Werbebrief mit einer (halb)nackten Frau, deren größtes „Kleidungs“stück tatsächlich die Sonnenbrille ist. Sex sells eben auch Sonnenschutz.

Ihrem Besuch sehen wir mit Freude entgegen.

Soso. Sehen. Da wurde aber ganz tief in der kreativen Trickkiste gekruschtelt, damit möglichst viele Wörter verwendet werden können, die irgendetwas mit dem Produkt zu tun haben, das verkauft werden soll.

Das kennt man ja aus der Suchmaschinenoptimierung. Die wichtigen Keywords sollten immer häufig verwendet werden, damit klar wird, worum es im Inhalt geht und dies auch im Kopf bleibt. Aber nicht zu oft, damit es nicht als Spammen gewertet wird. Als weiteres Beispiel präsentiere ich die Grußformel:

Mit sonnigen Grüßen

Warum habe ich immer das Gefühl, dass mich Werbung für dumm verkauft?