Antwort auf Let’s Explain: Utilitarismus

Am bei Plasisent veröffentlicht.

In diesem Beitrag möchte ich auf die drei Fragen antworten, die Mats (Let’s Denk) in einem Video über den Utilitarismus auf YouTube veröffentlicht hat.

Ist der Utilitarismus wünschenswert?

In gewisser Weise: Ja. Denn dadurch werden sicherlich einige Wohltaten vollbracht, die nicht zustande kämen, wenn jeder nur nach seinem Pflichtgefühl handeln würde.

Meiner Einschätzung nach, spenden viele große Unternehmen nur dann an wohltätige Zwecke, wenn sie dadurch medienwirksam auf sich aufmerksam machen können. Nette Summen, die an be­kann­te Projekte gespendet werden, polieren das Image der spenden­den Konzerne sehr gut auf.

(Mit netten Summen meine ich Beträge, die solchen Unter­nehm­en wirtschaftlich nicht weh tun, aber für die Normalbevölkerung sehr hoch erscheinen. Zum Beispiel: 100.000 € werden von einer Firma gespendet, die einen Gewinn von 1.000.000.000 € hat.)

Wo liegen eure moralischen Grenzen?

Wenn große Unternehmen sich durch große Spenden als sozial, hilfsbereit und großzügig darstellen, ihre Mitarbeiter aber schlecht bezahlt werden, durch ihre Produktion die Umwelt zerstört wird oder ihre Lobbyisten sinnvolle Gesetze verhindern, dann ist meine moralische Grenze erreicht.

Es würde mir gefallen, wenn solche Unternehmen viel Geld spenden würden und im Nachhinein von fähigen Journalisten durchleuchtet werden, die wirklich sagen was abgeht.

Würdet ihr den Geiselnehmer töten?

Vielleicht. Das hängt ganz davon ab, was schon alles auf diplomatischem Wege versucht wurde oder was mit den Geiseln geschähe, wenn ich ihn nicht tötete. Vermutlich lies ich mich in einer solchen Situation auch noch davon beeinflussen, wer von dem Geiselnehmer bedroht wird. Ein kleines Mädchen? Oder ein Rentner, der nicht mehr alleine stehen kann?

Wenn ich das hier aus meinem gemütlichen Zimmer schreibe, frage ich mich gleich, ob den das Leben des einen wichtiger ist, als das Leben des anderen. Aber im Moment befinde ich mich ja – Gott sei Dank! – nicht in einer solchen Situation. In einem bin ich mir sicher: wenn ich wirklich in eine solche Situation geriete, klar Denken, könnte ich nicht mehr.