Ich werde Vorbild!

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Bisher habe ich mich eigentlich immer zu der jüngsten Generation gezählt. Das zwei meiner besten Freunde jetzt ihr erstes Kind be­kommen haben, wirft diesen Gedanken ein bisschen um. Ich bin nicht mehr einfach nur Jugendlich, sondern (zumindest bald) auch eine Vorbildperson. Besonders im Bereich Mediennutzung möchte ich gerne ein gutes Vorbild sein; es ist also dringend an der Zeit, mir darüber einige Gedanken zu machen.

Reflexion

Bin ich bis jetzt ein Vorbild in Sachen Mediennutzung? Gut, ich weiß wie man Linux installiert, Internetseiten entwickelt, pro­gram­miert und Verschlüsselung verwendet. Aber aus Nutzersicht bin ich doch etwas unerfahren. Vor drei Jahren ist mein Facebook Account gelöscht worden, letztes Jahr ist Twitter raus geflogen, WhatsApp habe ich nie verwendet und vor einigen Wochen musste Skype dran glauben.

Das ist alles nicht wirklich verwerflich, aber es hilft vermutlich nicht, ein gutes Vorbild darin zu sein, wie man diese Netzwerke nutzt. Was kann man auf Facebook teilen und was lieber nicht? Mit dieser Frage muss ich mich nicht beschäftigen. Meine Ablehnungs­haltung gegen über dieser Datenkralle ist so stark, dass ich es gar nicht zu lasse, mich damit auseinandersetzen zu müssen.

Zum Thema Zeitmanagement und soziale Netzwerke kann ich auch nichts sagen. Immerhin ist das der Grund warum Facebook und Twitter raus geschmissen wurden. (Mal abgesehen davon ist es vermutlich nicht sonderlich schlau Facebook und Twitter aus Zeitgründen zu boykottieren und dann einen Blog zu starten.)

Welche Vorbildrolle?

Die Frage ist also, für welche Vorbildrolle ich mich entscheide. Bleibe ich der strenge Verweigerer, der die Benutzung geißelt, oder lerne ich selbst mit den Netzwerken umzugehen und eine positive und verantwortungsvolle Benutzung vorzuleben?

Der Verweigerer

Bliebe ich der Verweigerer könnte ich wirklich das vertreten, was ich zur Zeit als richtig empfinde. Diese Lebensweise halte ich für die sicherste in Hinsicht auf die Massenüberwachung, der wir aus­gesetzt sind.

Du wirst mich zur Zeit
nicht auf Facebook finden.
Du wirst mich zur Zeit nicht auf Facebook finden.

Aber als Verweigerer habe ich keinen sonderlich guten Zugang zu den anderen. Wenn die ganze Klasse in Facebook ist, dann wird die Peer-Group vermutlich wichtiger sein.

Der Nutzer

Als aktiver Nutzer dieser Netzwerke könnte ich in Sachen Daten­schutz Einstellungen und ähnlichen belangen besser zur Seite stehen. Außerdem kann das eigene Umfeld so immer wieder mit Links zum Thema Verschlüsselung konfrontiert werden.

Das hieße aber Zeit zu investieren und nicht Freiheiten aufzu­geben. Lieber wäre es mir andere ganz von diesen Machtmono­polen fernhalten zu können. Das wäre deutlich bequemer, weil ich nichts Neues dazu lernen müsste; und ja, sinnvoller Umgang mit sozialen Netzwerken ist auch für mich etwas neues.

Dieses freudige Event hat mir ein bisschen die Augen geöffnet, dass ich vielleicht einmal ein Vorbild sein werde. Vermutlich sogar eher früher als später. Ich will mich dieser Verantwortung stellen. Über das wie muss ich mir noch klar werden und zwar deutlich früher als später.