Blog von Micha Rosenbaum

Herzlich Willkommen auf meiner Blogwiese. Schau dich ruhig um, mach’s dir bequem, nehm’ dir einen Kaffee. Bei Plasisent spreche ich ein paar Themen an, die mir wichtig sind. Ich schreibe zum Beispiel über das Web, Überwachung, Politik und Gesellschaft. Was mich aktuell so beschäftigt erkennst du direkt an der nächsten Überschrift.

Micha Rosenbaum
grüßt freundlich.

Handwriting – Dezember Challenge

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Ja, ich weiß. Meine 30 Tage Herausforderungen sind seit ein bisschen eingeschlafen. Die coole Eigenschaft an diesem Konzept ist jedoch, dass diese Herausforderungen nur 30 Tage lang sind; über die Zeit zwischen den Herausforderungen wird keine Aussage getroffen.

In den letzten Wochen ist mir eine Fähigkeit aufgefallen, der ich mehr Zeit widmen könnte: meine Handschrift. Viele meiner Notizen schreibe ich mit Stift und Papier; und es werden immer mehr. Meine Schrift ist meist lesbar, gelegentlich ansehnlich und selten unsauber; sie ist nicht optimal. Diesen Dezember nehme ich mir vor, meine Handschrift zu trainieren – das Ziel: die Typografie meiner Handschriften zu verbessern.

Handschrift, eine Abgrenzung

Es geht mir nicht um eine Schönschrift. Kalligrafie, Lettering und ähnliche Methoden sind toll, aber für mich nicht praktisch. Verschiedene Anleitungen habe ich mir angeschaut und wünschte mir diese Techniken zu beherrschen. Allerdings suche ich kein weiteres Hobby, sondern einen Weg, meine Notizen ansprechender zu gestalten.

Ich gestalte keine Karten, Dekorationen oder Liebesbriefe. Ich notiere Mitschriften bei verschiedensten Anlässen. Meist schreibe ich nicht auf einer geeigneten Oberfläche, sondern auf meinem Oberschenkel. Im Sitzen oder Liegen; auf einem Biertisch, im Bett, auf dem Sofa oder dem Boden. Zudem möchte ich nicht mehr als ein Stift mit mir herumtragen.

Inhalte, womit ich mich beschäftigen möchte

Haltung

In zwei Anleitungen für bessere Handschriften habe ich einen ähnlichen Tipp gelesen: Schreibe mit dem Arm, nicht mit der Hand. (Vorsicht, diese Aussage ist stark verkürzt und vereinfacht.) Ausführlichere Beschreibungen gibt es bei Paper Penalia und im Bullet Journal Blog.

Variationen

Immer wieder wünsche ich mir, in meinen Aufschrieben Worte betonen oder hervorheben zu können. Digital ist das einfach, aber schnell eine schöne kursive Handschrift anzuwenden ist mir nicht gelungen. Deswegen möchte ich im Dezember mit ein paar Stilmitteln spielen, wie unterschiedlichen x-Höhen, den Abständen zwischen den Zeilen oder zwischen einzelnen Wörtern und Buchstaben. Natürlich macht es auch einen Unterschied, ob ich ausschließlich in Versalien schreibe oder nicht.

Sketchnotes

Auf dem Barcamp in Lübeck habe ich die Session Sketchnotes for Beginners besucht. Bisher habe ich mich nicht so richtig an diese Form der Notizen getraut und das aus zwei Gründen: ① Vertraue ich meinen grafischen Fertigkeiten nicht. ② Ich befürchte nicht alle für mich wichtigen Punkte in der gegebenen Zeit festhalten zu können. Beides Punkte, die bei Licht betrachtet nicht besonders haltbar sind. Ansich möchte ich diese Fähigkeit gerne erwerben. Wichtigter Leitgedanke von Mike Rohde dazu: Sketchnotes is about ideas and not art.

Schreibwerkzeug

Vor dem Beginn dieser Challenge habe ich mir einen Steckminen-Kugelschreiber aus FSC-zertifiziertem Holz gekauft. Der ist schön schlicht und schreibt bisher gut. Zusätzlich möchte ich im Laufe des Monats noch weitere Schreib-Utensilien austesten. Fineliner, Filzstifte, Holzstifte, Wachsmalstifte

Ausblick, mein Gefühl am Anfang

Ich freue mich darauf, diesen Monat einen großen Fokus auf meine Handschrift zu legen. Jedoch glaube ich, dass ich über die lange Pause verlernt habe, mir ordentliche Herausforderungen aufzuerlegen. Diese hier ist nicht besonders klar formuliert.

Das Barcamp Hamburg 2016

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Wie Anfang Juli nach dem Barcamp Rhein-Necker 2016 geplant, nahm ich Mitte November am zehnten Barcamp Hamburg teil. Das ist ein ziemlich großes Barcamp mit über 100 Sessions jeden Tag. Die Größe hat mich ziemlich beeindruckt. Vielen Dank an das Orga-Team, das dieses tolle Barcamp in Hamburg organisiert hat. Es ist eine geniale Leistung und nicht selbstverständlich. Ein ganz herzlicher Dank gilt auch allen Sponsoren, ohne die dieses Barcamp nicht möglich gewesen wäre.

Es wurden viele spannende Sessions angeboten. Natürlich konnte ich nicht alle Sessions besuchen, die mich interessiert hätten. Meine Auswahl wurde eine bunte Mischung von politischen und technischen Themen.

Eindrücke von anderen

Mit Kindern zum Barcamp? Jo. Mit dem Fazit: Wenn Sie mal so eine Veranstaltung in Ihrer Nähe haben – einfach mal probieren, es könnte gut sein. Das Barcamp Hamburg 2016 aus Sicht von Martin Thielecke. Er schreibt etwas zur Essens-Thematik, die ich etwas anders sehe als er. Und er hat ganz andere Sessions besucht als ich, da wird die Vielfalt des Barcamps deutlich. Für Anja Gros war das bchh16 ihr erstes Barcamp. Sie hat tolle Sketchnotes gezeichnet und eine Verlosung für ihre Zeichnungen initiiert.

bchh16-Sessions am

  1. Relaunch von Webseiten
  2. Netzpolitik und die Hamburgische Bürgerschaft
  3. Neuerungen bei Typo3 7 und Typo3 8
  4. Explorative Datenanalyse mit R
  5. Altersvorsorge „leicht“ gemacht
  6. Make Germany Think Again

Relaunch von Webseiten

Die erste Session dieses Barcamps, habe ich mir nicht ausgesucht. Ich hatte mich für die Session über Die Trump-Methode interessiert. Deren Raum war jedoch völlig überfüllt, sodass wir in der Session zum Relaunch von Webseiten landeten. Da ich mich selbst schon mit dem Thema beschäftigte, waren mir einige Anregungen nicht neu. Wichtig: URLs sollten nie verschwinden! Andere Tipps irritierten mich jedoch. Der Redner ist der Ansicht, dass ein Seiten-Betreiber aktiv Seiten löschen sollte. Aber Inhalte aus dem Internet löschen finde ich gar nicht gut.

Netzpolitik und die Hamburgische Bürgerschaft

Im zweiten Session-Slot haben Hansjörg Schmidt (SPD) und Lars Brücher (Grüne) über Netzpolitik und ihre Arbeit in der Hamburgischen Bürgerschaft aufgeklärt. Es betrübte mich ein wenig zu hören, dass engagierten Freiwilligen (z.B. von Freifunk Hambg) der Wind aus den Segeln genommen wird; häufig durch große Hürden in der Bürokratie.

Neuerungen bei Typo3 7 und Typo3 8

Nach dem sehr leckeren Mittagessen besuchte ich aus persönlicher und beruflicher Neugier die Session zun den Neuerungen bei Typo3 7 und Typo3 8. Typo3 ist ein Content-Management-System, vor dem ich großen Respekt habe. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Komplexität enorm. Es sind tolle Funktionen, die in den neuen Typo3-Versionen eingeführt wurden und ich freue mich auf die kommenden Änderungen.

Explorative Datenanalyse mit R

Um 15 Uhr fanden gleich mehrere Sessions statt, die ich gerne gesehen hätte. Kurz vorher habe ich mich für das nerdigste Thema entschieden: Explorative Datenanalyse mit R. R ist eine Programmiersprache, die einen wissenschaftlichen Hintergrund hat. Sie wird oft genutzt um Daten auszuwerten und zu visualiseren. Bei wenigen Gelegenheiten habe ich mir dieses spannende Projekt schon angeschaut, aber nie länger als einen Nachmittag oder Abend.

Altersvorsorge „leicht“ gemacht

Vielleicht werde ich es nutzen um meine Ein- und Ausgaben zu visualiseren. Dazu passte die nächste Session zur Altersvorsorge. Viel habe ich nicht davon mitgenommen. Dafür den Gedankenanstoß, dass ich mir gut überlegen muss, wie viel Zeit ich in dieses Thema investieren möchte. Die Zeit jetzt bekomme ich nicht wieder und die meisten Modelle der Altersvorsorge haben sich als ungenügend herausgestellt. (Ich lasse mich jedoch gerne eines besseren belehren.)

Make Germany Think Again

Zum Abschluss beteiligte ich mich an einer Diskussionsrunde mit dem Titel Make Germany Think Again, die John Heaven gut moderierte. Diese lieferte mir ein paar Gedankenanstöße, die ich in Tweets gegossen habe.

Wenn ich frage, "Wie sage ich anderen, dass das, was sie denken, falsch ist", dann bin ich schon längst auf dem Holzweg.
Gørd zu Elbblick (@elbblick) 11. November 2016

Bremst uns die Angst, in einer Diskussion die Meinung des anderen anzunehmen? Sind wir so wackelig?
Kai Obermüller (@Kai_Obi) 11. November 2016

Meine Gedanken: Wir sollten lernen ein Gespräch zu führen, ohne den anderen unbedingt überzeugen zu müssen. Lieber verstehen lernen. Als großes Problem empfinde ich Gruppen-Zugehörigkeit durch gemeinsame Ablehnung. Betrifft übrigens auch Aussagen wie wir sind fortschrittlich und liberal, andere sind erzkonservativ.

Die gemeinsame Abendveranstaltung mit dem beliebten Quiz besuchte ich nicht. Stattdessen habe ich den Nathan vom Bahnhof abgeholt.

bchh16-Sessions am

  1. Story Telling Tree
  2. 20 Jahre Internet – Opas erzählen vom Krieg
  3. Diskussion: Populismus aushebeln
  4. Außerparteiliches politisches Engagement
  5. Die Freiwilligen-Survey 2015
  6. Study Group: PageRank

Story Telling Tree

Mit dem Story Telling Tree haben wir gelernt, wie ein Unternehmen seine Kommunikation aufbauen kann. Dabei standen die Wurzeln des Baumes für die Struktur des Unternehmens, der Stamm für die Werte, ein Ast für eine Story und die Blätter an einem Ast für die verschiedenen Kanäle in denen eine Story verbreitet werden.

20 Jahre Internet – Opas erzählen vom Krieg

In der zweiten Session erzählten mthie und Frank von den Anfängen des Internets und des World Wide Webs. Guten Chat hatten sie schon lange mit IRC und Web-Design bestand aus Tabellen und Frames. Letzteres kann grußeliger Weise auf der aktuellen Website des deutschen Lehrerverbandes exemplarisch betrachtet werden. Ich selbst bin eigentlich ins Web gekommen, nachdem die meisten früheren Systeme schon kaum mehr verwendet wurden. Und doch – das macht mich ein wenig stolz – konnte ich mit den meisten Begriffen etwas anfangen; auch wenn ich nicht alles genutzt habe.

Diskussion: Populismus aushebeln

Ingo Sauer leitete durch die Diskussionsrunde Populismus aushebeln. Nathan hat in einem Pad Notizen gemacht, die ich hier nicht zusammenfassen werde. Soweit jedoch: Wir müssen weiter darüber nachdenken.

Außerparteiliches politisches Engagement

In der folgenden Session Außerparteiliches politisches Engagement, erzählten verschiedene Personen, welche Methoden der politischen Beteiligung möglich sind. Dazu ein paar Stichpunkte: Politik in der Partei ist anstrengend; Politik in Hamburg ist ein Dorf, wenn du jemanden kennst, kannst du etwas verändern; stelle Fragen bei Abgeordnetenwatch oder direkt in öffentlichen Sitzungen; für eine Bürger-Initiative brauchst du nicht viel Leute (5-10 genügen), aber viel Zeit und Ehrgeiz.

Die Freiwilligen-Survey 2015

Frank Nägler engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten beim Roten Kreuz. Er kennt sich aus mit Ehrenamt und hat etwas über die Freiwilligen-Survey 2015 erzählt. In Deutschland gibt es eine hohe Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren, aber nur wenig Zeit und nur ungenügende Verbindlichkeit. Die Frage im Raum: Wie können Menschen motiviert werden, sich ehrenamtlich zu engagieren? Meine Frage: Welche Verbindlichkeit kann erwartet werden?

Study Group: PageRank

Vor der Abschluss-Veranstaltung erklärte ein Physik-Student (glaube ich), das mathematische Prinzip und Problem hinter dem PageRank von Google. Das war spannend und tatsächlich konnte ich seinen Erklärungen folgen.

Sponsoren des Barcamps

Vielen Dank an alle Sponsoren, die das zehnte Barcamp Hamburg durch Geld- oder Sach-Spenden möglich gemacht haben.

Gold-Sponsoren

Otto, Bertelsmann, Tchibo, Sky, Cassini, undpaul

Silber-Sponsoren

Xcel Media, Qudosoft, monday IT Consulting, Akra, hmmh

Weitere Sponsoren und Partner

Bronze-Sponsoren: eventures, Shipcloud, Social Media OWL Sach-Sponsoren: Darboven, Red Bull, Carlsberg Partner: Otto Group, Sebastian Esser, Vivian Pein Consulting, Malte Klauck (Hamburg fotografiert), Andri Jürgensen Rechtsanwälte – Kanzlei für Kunst Kultur & Medien

Das nächste Barcamp?

Und nach dem bchh16? Ich schreibe diese Zeile auf dem ersten Barcamp in Lübeck. Fortsetzung folgt.

Trump – President of the United States

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Donald Trump wird der nächste President of the United States. Ouch. Dieses Wahl-Ergebnis hat mich doch stark erwischt. Als erste Reaktion verstärkte es meinen Wunsch, mich von politischen Themen zurückzuziehen. Mich damit zu beschäftigen deprimiert mich zu oft.

Kurz darauf beobachtete ich jedoch, wie ich mich wieder mehr für Nachrichten interessiere. Weniger spezielle Themen oder über Twitter verbreitete Meinungen, sondern etwas wie die klassische Tageszeitung. Ich bin nicht der einzige. Die New York Times berichtet von 41.000 neuen Abonennten innerhalb einer Woche nach der Wahl. Gleichzeitig steigen die Spenden bei ProPublica. Statt wenigen Spenden pro Tag, erhielten sie mehrere Spenden pro Minute.

Was denken andere?

Mir selbst fehlen in diesen Tagen die Worte und die Weitsicht, etwas zu Trump zu schreiben. Aber das ist okay, andere sind sehr fleißig am Schreiben und ein paar Beiträge möchte ich hier empfehlen. Allen voran Johannes Hartls differenzierte Gedanken zu Donald Trump. Sehenswert ist auch President Trump: How & Why…, ein Rant über die linke Diskussionskultur.

Diskussionen werden viel diskuttiert

Einen ähnlichen Gedanken lesen wir auch in Frau Meikes Text Hass. Es hilft niemandem, wenn wir Menschen anderer Meinung als …-Hasser bezeichnen, oder ihnen andere Labels anheften. So kommt keine Diskussion zustande. Generell frage ich mich auch über meine Einstellungen bei Diskussionen. Versuche ich nur den anderen zu überzeugen? Das wäre fatal. Stattdessen sollte ich versuchen mein Gegenüber zu verstehen; das Risiko eingehen, seine Meinung anzunehmen.

Andererseits machte Dirk Franke (alias southpark) die Erfahrung, dass faktenignorierende Aggression resistent gegenüber jedweder seriösen Diskussion ist. Davon erzählt er in einem Bericht über seine Erlebnisse auf Dol2morrow.

Parteien: Seid nicht einfach nur „gegen eine andere Partei“

Jonathan Pie spricht in seinem Rant noch einen anderen Punkt an. Clinton hat in ihrem Wahlkampf keine Alternative versprochen. Sie bot keinem Wähler eine Veränderung. Im Artikel Perspektiven von Sven Scholz beschreibt er genau dieses Problem sehr ausführlich. Seinem Aufruf an demokratische, pluralistische Parteien, die an sozialer Sicherheit und Gleichberechtigung interessiert sind möchte ich mich anschließen:

Gebt mir etwas WOFÜR ich stimmen kann! Und tut es konkret und verbindlich. So, dass ich euch das auch glauben kann!

Mehr…

Alles nicht so schlimm? fragt Frau Meike. Sie findet schon. Und ich auch, sieht man sich die Erlebnisse von Frauen und Farbigen an. Michael Seemann schreibt über seine Desillusionierung und Selbstdiagnose in Trumpistan. Sascha Lobo findet wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Sonst ist Trump unser kleinstes Problem. Lernen können wir vielleicht auch aus den Wahl-Ergebnissen, die von der New York Times veröffentlicht wurden. Wichtig für das Ergebnis waren wohl Fake-News, über die der Tagesanzeiger berichtet. Und Correctiv erklärt, wie Trump den Klimawandel beschleunigen wird.

Und mir reicht es mit Trump für heute.

Okay, eine Ergänzung: Nach der Trump-Wahl hat Eddi Hünecke (von den Wise Guys) ein Video mit einem Ausschnitt aus einem neuen Lied veröffentlicht, Mach das Maul auf.

Liebster Award

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Sonntag Nachmittag. Ich klicke mich durch meinen Feedreader und lese die Überschrift Liebster Award – meine Nominierung im Blog von Rainer König. Über diesen Award, der einem Kettenbrief ähnelt, habe ich gelegentlich schon gelesen. Wie bei Rainer waren die meisten Artikel äußerst interessant, aber eines zeichnet Rainers Beitrag besonders aus: Er hat mich nominiert – unter anderen neben der großartigen Juna. Cool, vielen Dank! ☺ Dann will ich seine Fragen liebend gerne beantworten.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen?

Das Bedürfnis mich selbst in schriftlicher Form zu äußern kann ich bei mir schon lange beobachten. Als Kind wollte ich Bücher schreiben oder Zeitungen. Als ich das Word Wide Web kennen lernte, verschob sich dieses Bedürfnis in das neue Medium. Im Jahr 2012 habe ich dann ein paar PHP-Seiten angelegt und angefangen ins Internet zu schreiben. Allerdings wussten nur zwei oder drei Leute davon.

Einem größeren Publikum stellte ich mich im März 2014 mit Plasisent vor. Damals einer Aufforderung von Tante Jay folgend. Ich installierte WordPress und nahm mir vor, jeden Tag etwas zu schreiben. Ein Ziel, dass sich inzwischen auf wenigstens einmal pro Woche reduziert hat.

Hat Dein Blog ein Thema oder ist das wie bei mir ein Mix aus unterschiedlichen Themen?

Um diese Frage zu beantworten, zitiere ich aus meinem Artikel Selbstmitleid von Mitte September:

Interessante Themen gibt es genug.

  • Fair kaufen; am besten auch nachhaltig und öko – logisch. Kleidung, Accessoirs, Zubehör, Elektronik.
  • Free/Libre Open Source Software (FLOSS). Programmierung. Linux. Administration. LaTeX. Freifunk.
  • Das World Wide Web. Schreiben dafür. Langsame, positive Visionen davon.
  • Gott und die Bibel. Ehe. Haushalt, Wohnung, Minimalismus. Hamburg und unsere Nachbarschaft.
  • Politik. Deutschland, EU und über Grenzen hinaus. Demokratie, Überwachung, Unrecht.

Plasisent ist meine Kuschelecke im World Wide Web. Ich schreibe was mir auf dem Herzen liegt, ohne Ziel, ohne Vorgabe und ohne Strategie.

Was sind die Gründe die Dich motivieren einen Blogartikel zu schreiben?

Eine besondere Bitte, wie die von Rainer, gehört zu den Gründen. Sonst schreibe ich gerne über Themen, über die ich mir länger Gedanken gemacht habe; was lange in meinem Kopf umher kreist, muss irgendwann auch raus. Damit die alltäglichen Themen wieder höhere Priorität bekommen.

Gelegentlich motiviert mich auch einfach die Lust am Schreiben. Das motivierende Geräusch der schnellen Anschläge auf meiner Tastatur. Ein HTML-Dokument in Vim geöffnet. Ich finde das schön.

Welche Rolle haben Blogs nach Deiner Meinung in der Meinungsbildung bei anderen?

Ehrlich gesagt: Ich habe keine Ahnung. Vermutlich haben Blogs eine untergeordnete Rolle in der Meinungsbildung. Wichtiger sind die Überschriften und Einleitungstexte von Nachrichtenseiten; die auf Facebook (und Twitter und Whatsapp) geteilt werden. Meiner Meinung nach ein Problem des schnellen Webs. Möglicherweiße haben Blogs in einigen Branchen und Altersgruppen mehr Einfluss bei der Meinungsbildung. Viele lesen Blogs, meiner Vermutung nach, eher zur Meinungsfestigung, als Quelle der Inspiration und um auf dem Laufenden zu bleiben.

Ist Dein Blog eher eine Einbahnstraße oder passieren auch Diskussionen in den Kommentaren?

Mein Blog gleicht einer Einbahnstraße. Kommentare gibt es nicht. Dort können folglich auch keine Diskussionen stattfinden. Ich erhalte auch nur selten Feedback zu meinen Veröffentlichungen; am ehesten bei Twitter und circa 7 Monate später im persönlichem Gespräch.

TODO: Vielleicht sollte ich doch nochmal über eine Art Kommentarfunktion im Blog nachdenken. Was denkst du darüber? Schreib mir doch eine Mail! ;-)

Denkst Du, dass Blogs neutrale Berichterstattung machen sollen oder doch lieber Meinungen verbreiten sollen?

Das kommt ein bisschen darauf an, wer schreibt und mit welchem Ziel. Bei privaten Blogs gehe ich immer von Meinungen aus. Ich schreibe hier meine Meinung und mache keine Berichterstattung. Das ist bei mir okay und bei anderen auch. Die präsentierten Fakten sollten jedoch der Wahrheit entsprechen.

Journalisten, die Blogs als Publikationsmedium nutzen, sollten natürlich einen deutlich höheren Anspruch an ihre Recherche haben. Aber auch Correctiv, netzpolitk.org und die Nachdenkseiten haben meiner Einschätzung nach eine Meinung. Meiner Meinung nach ist das okay, solange sie transparent damit umgehen.

Wie sieht Dein Plan für die nähere Zukunft aus?

Das geht in die Richtung: Mach einen Plan für dein Leben. Werde dir endlich bewusst, was du aus deinem Leben machen willst. Überlege dir ob, was und wo du arbeiten oder studieren willst. Lass dich nicht nur durchs Leben treiben; oder entscheide dich bewusst dafür und sei zufrieden damit.

Oder klarer formuliert: Ich habe keinen Plan und bin nicht glücklich darüber.

Bist Du eher risikofreudig was neue Unternehmungen angeht oder zurückhaltend?

Eher zurückhaltend; mit gelegentlichen Ach, was solls?-Gedanken.

Was siehst Du als die Verantworung der Menschheit an?

Beginnen wir kleiner, mit der Verantwortung jedes einzelnen Menschen: Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst! Die Bibel, Matthäus 22,39. Würden wir dieses Motto mehr und mehr beherzigen, ich bin mir sicher, unsere Welt sähe ganz anders aus.

Als Verantwortung der ganzen Menschheit sehe ich den Frieden. Frieden schaffen, wo Krieg herrscht. Frieden bewahren, wo wir ihn genießen dürfen. Desweiteren sollten für alle Menschen die gleichen Rechte gelten. Niemand sollte ausgenutzt oder versklavt werden. Dies zu ermöglichen, ist Teil unserer Verantwortung.

Wenn eine Fee Dich nach drei Wünschen fragen würde, welche wären das?

Ich würde sagen härtere Bestrafungen für die Verletzung von Bewährungsauflagen. …und: Weltfrieden. Gracie Hart in Miss Undercover

Gnihihi… Ich liebe diese Szene. Hier sind drei meiner Wünsche:

  1. Ich wünsche mir, dass die moderne Sklaverei und Ausbeutung ein Ende hat.

  2. Ich wünsche mir, dass unser Wohlstand nicht auf dem Leid anderer beruht und dass wir ihn dankbar und demütig annehmen und ihn nicht überheblich horten.

  3. Ich wünsche mir, dass wir überschwänglich, in breiter Öffentlichkeit loben und langsam, liebevoll und in kleiner Runde kritisieren. (Siehe auch: Dealing With Words.)

  4. Ich nominiere für den Liebster Award

Meine folgenden Fragen finde ich aber interessant genug, um sie von jedem gerne zu lesen, der sie beantworten möchte. Die ist die wohl traditionelle whoever-Nominierung.

Meine Fragen an euch

  1. Wenn dich jemand noch nicht kennt: Was ist dein Thema? Was beschäftigt dich am meisten? Wo bist du der beste Ansprechpartner?

  2. Was bedeutet dir dein Blog? Ist er Mittel zum Zweck oder bloggst du um des Bloggens willen?

  3. In welchem Medium schreibst du am liebsten (Blog, Twitter, Facebook, Chat,…)? Warum?

  4. Was bedeutet Musik für dein Leben?

  5. Wie lebst du Spiritualität?

  6. Welche drei Themen würdest du dir als Politiker zu deinen Lebenszielen machen?

  7. Welche Persönlichkeit aus der Vergangenheit schätzt du sehr und findest du vorbildlich? Warum?

  8. Was denkst du, wenn du Jesus hörst? Lebst du eine Beziehung zu ihm? Wenn nein: Warum nicht?

  9. Achtest du darauf freie Software einzusetzen? Warum oder warum nicht?

  10. Was zeichnet deinen Lebensstil aus?

Eure Antworten

In der Reihenfolge der Veröffentlichung.

  1. Ulf hat sehr schnell geantwortet, nach knapp drei Stunden. Lest seine schönen Antworten auf meine Fragen über Fragen.

Bash: Die `CDPATH` Environment Variable

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Diese Woche habe ich die Bash Environment Variable CDPATH kennengelernt. Ein sehr nützliches Feature! Kurz erklärt: cd wird alle angegebenen Verzeichnise wie das aktuelle Verzeichnis (siehe . oder pwd) verwenden. Dadurch werden alle deren Unterverzeichnisse in der Tab-Vervollständigung angeboten.

Aktuell verwende ich diese Zeile in meiner .bashrc um den CDPATH zu setzen:

export CDPATH=/home/micha/Documents/:/home/micha/Documents/projects/

Das folgende Beispiel demonstriert die Funktionsweise von cd mit angegebenem CDPATH. Spannend in dem Zusammenhang: Sowohl in Documents, als auch in projects habe ich einen Ordner codemaschine.

# Aktuell befinde ich mich im Home-Verzeichnis.
# Hier lasse ich mir alle Unterordner anzeigen.
~ $ find . -maxdepth 1 -type d \( ! -iname ".*" \)
./bin ./Music ./Videos ./Desktop ./Downloads ./Documents ./public_html ./tmp ./Pictures

~ $ cd codemaschine/Kunde/
/home/micha/Documents/codemaschine/Kunde

~/Documents/codemaschine/Kunde $ cd codemaschine/kunden_project_code/
/home/micha/Documents/projects/codemaschine/kunden_project_code

~/Documents/projects/codemaschine/kunden_project_code $

Weitere Informationen zu CDPATH

Selbstmittleid

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Ein Bericht über eine Veranstaltung, das Teilen einer Binsenweisheit und ein Text über meine Frisur (!); mehr ist hier in über zwei Monaten nicht passiert. Was ist nur aus diesem Blog geworden?

Es macht mich traurig. Eigentlich möchte ich mich bei Plasisent regelmäßig mit Politik und Gesellschaft auseinandersetzen. Mir eine Meinung bilden. Diskutieren. Und jetzt? Ich beschäftige mich nicht mehr mit spannenden Themen. Dafür fehlt mir die Zeit. Stattdessen beschäftigen sie mich. Und rauben mir damit die Energie zum Schreiben.

Ich will schreiben! Interessante Themen gibt es genug.

  • Fair kaufen; am besten auch nachhaltig und öko – logisch. Kleidung, Accessoirs, Zubehör, Elektronik.
  • Free/Libre Open Source Software (FLOSS). Programmierung. Linux. Administration. LaTeX. Freifunk.
  • Das World Wide Web. Schreiben dafür. Langsame, positive Visionen davon.
  • Gott und die Bibel. Ehe. Haushalt, Wohnung, Minimalismus. Hamburg und unsere Nachbarschaft.
  • Politik. Deutschland, EU und über Grenzen hinaus. Demokratie, Überwachung, Unrecht.

Wie gesagt: Interessante Themen gibt es genug. Täglich speichere ich mir Links zu Themen, über die ich schreiben möchte. Aber wenn ich dann Zeit zum Schreiben hätte, weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Der Überfluss an Themen überfordert mich. Also schreibe ich nicht. Speichere aber weiter haufenweise Links zu Themen, über die ich einmal schreiben möchte. Wenn ich dann mal Zeit dafür habe, überfordert mich die Menge an Links und ich schreibe wieder nichts. Lese aber weiter und merke mir Links zu Them—oh, wiederhole ich mich?

Die Lösung wäre einfach: Ansprüche senken, Zeit zum Schreiben einplanen und einfach anfangen. Aber das ist leider auch leichter geschrieben als getan. Ersterem steht das eigene Ego im Weg. Und Zeit ist generell Mangelware. Irgendwo müsste erstmal Zeit gespart werden und bevor darunter etwas anderes leidet, sollten die eigenen Prioritäten klar sein. Um diese zu orden bräuchte ich aber Zeit und… ach es ist aber auch echt nicht leicht.

Jetzt veröffentliche ich den Artikel (frei unter dem Motto „Ansprüche senken“) und geh schlafen. Weil eins ist klar: Wenn der Schlaf darunter leidet ist nichts gewonnen.

Festgelegt auf eine neue Frisur

Am bei Plasisent veröffentlicht.

Simson hat es hinter sich, Ulf ging da durch und ich stelle mich nun auch in die Reihe der Verrückten. Die Haare sind ab.

Vor dem Haarschneider

Ein junger Mann dem seine langen Haare ins Gesicht hängen.
Vorher. Meine Haare fallen in eleganten Wellen an meinem Kopf herab. Fast bis auf die Schulter.
Ein Mann beim Headbangen mit langen Haaren.
Habe ich früher häufiger gemacht: Mit den Haaren auf einem Konzert getanzt.

Beim Headbangen sind lange Haare super. Seid einiger Zeit störten sie mich aber beim Duschen. Nach einem Duschgang musste ich mich immer erst von Haaren befreien. Und das gesamte Badezimmer gleich mit. Jaja… mimimi – ich weiß, aber es hat gereicht für dem Griff zum Haarschneider.

Nach dem Haarschneider

Ein Haufen abgeschnittener Haare auf dem Boden. Der Boden wird gerade mit einem Staubsauger sauber gemacht.
Ein wenig ironisch. Meine erst Handlung mit kurzen Haaren? Mich und das gesamte Badezimmer von Haaren befreien.
Ein Mann mit kurzen Haaren.
So sehe ich mit kurzen Haaren aus. Ich bin zufrieden. ☺

Wie ich mich verpflichtete

Ich kündigte diesen oberflächlichen Einschnitt in mein Leben übrigens an: Mit einem Social-Media Post und Kryptografie. Genauer gesagt mit dem Commitment-Verfahren.

Das Verfahren funktioniert mit einer Botschaft, die ich verfasse. Aus dieser lasse ich mit starker Mathematik einen eindeutigen Wert errechnen – einen Hash. Diesen Hash habe ich veröffentlicht, die Botschaft aber geheim gehalten. Es ist unmöglich mit Hash die Botschaft herauszufinden. Aber die richtige Botschaft, ergibt immer den gleichen Hash. So kann ich beweisen, dass ich meine Haare nicht spontan abrasiert habe.

$ sha1sum
Ich werde mir in der 34. Woche 2016 die Haare abrasieren.
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Zugegeben, das ist eine eher unsinnige Verwendung dieses Verfahrens. Bessere kannst du bei dem Zeitstempel-Dienst von Hauke Laging nachlesen. Experten raten übrigens von SHA-1 ab. Ich verwendete diese Hashfunktion nur, weil dieses Beispiel nicht besonders wichtig ist.


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